Wie Eye-Tracking und Head-Tracking Gamern mit Behinderung helfen
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Gamer mit den unterschiedlichsten Behinderungen treten auf höchstem E-Sport-Niveau an. Von blinden Spielern wie BlindWarriorSven bis zu Gamern mit Fehlbildungen der Hände wie Spear3FW: Es gibt viele glänzende Beispiele digitaler Kämpfer, die körperliche und psychische Barrieren überwunden und den Sprung in die Profiszene geschafft haben.
Gamer mit Behinderung machen einen großen Teil aller Gamer aus. Dabei mussten sie lange ohne viel Hilfstechnik auskommen und sich an einen ihrer größten Gegner anpassen: den Mangel an Controllern für Gamer mit Behinderung.
Grenzen und der Bedarf an barrierefreien Controllern
Spieleentwickler gestalten Controller und Computer-Schnittstellen in erster Linie für Menschen ohne Behinderung. Wir alle wissen, wie typische Konsolen-Controller aussehen. Tasten, Pads und Sticks sind auf den durchschnittlichen menschlichen Finger ausgelegt, und ihre Position ist auf die Fingerfertigkeit einer durchschnittlichen Hand optimiert. Trotzdem gibt es Gaming-Wohltätigkeitsorganisationen und gemeinnützige Organisationen wie Everyone Can, Extra Life, Able Gamers, Special Effect, Gamers Outreach Foundation, Child’s Play Charity und Games for Change, die Ressourcen bereitstellen und sich für Gamer mit Behinderung einsetzen. Einer dieser Fürsprecher, Steven Spohn von Able Gamers, berät zu Hilfstechnik wie dem Xbox Adaptive Controller. Ein anderer ist das Indie-Studio Soft Leaf Studios, das Stories of Blossom für Kinder mit Behinderung entwickelt hat.
Ein Beispiel: Der vielfach ausgezeichnete SFV-Spieler BrolyLegs überwindet diese Hürden, indem er die Tasten seines Standard-Xbox-Gamepads mit Mund und Gesicht drückt. Er und andere Gamer mit Behinderung haben mit purer Willenskraft und Kreativität die Mauern eingerissen, die sie vom Spielen abhielten. Diese Spieler sind allerdings die Ausnahme, nicht die Regel.
Schon 2008 hatten über 20,5 % der Gelegenheitsspieler eine Behinderung. Wir können nur vermuten, dass ihre Zahl seitdem gewachsen ist. Gleichzeitig besitzen rund 60 % der Haushalte mindestens ein Spiel, und fast ein Viertel der Bevölkerung hat körperliche Einschränkungen, die das Spielen verhindern. Wir können uns nur vorstellen, wie viele potenzielle Gamer den Schritt noch nicht gewagt haben.

Der Bedarf an barrierefreien Steuerungsmethoden wächst eindeutig, wie wir im Subreddit Disabled Gamers lesen. Als Anbieter einer Lösung für Head- und Eye-Tracking sind wir zwar voreingenommen, aber wir glauben, dass die Antwort in Eye-Tracking- und Head-Tracking-Technologie liegt.
Eye-Tracking und Head-Tracking im Gaming
Kurz gesagt: Beim Eye-Tracking und Head-Tracking übersetzt Kameratechnik die Position deiner Augen oder deines Kopfes in digitale Befehle. Diese Tracking-Signale lassen sich deshalb auch auf die Steuerung von Videospielen übertragen.
Neu ist dieses Konzept nicht. Bei der Bedienung von Maschinen und Computern hat eine ganze Reihe von Tracking-Technologien Menschen mit Behinderung mehr Möglichkeiten gegeben. Das bekannteste Beispiel war Stephen Hawking, der dank eines von Intel entwickelten Wangen-Trackers per Sprachausgabe kommunizieren konnte. Fortschritte beim Eye-Tracking verbessern das Leben von Menschen mit ALS wie Professor Hawking zusätzlich.
Gaming ist aber etwas anderes, als den PC für alltägliche Aufgaben zu nutzen. Meist braucht es punktgenaue Präzision und schnelle Reaktionen, um im Sim-Racing, in Ego-Shootern und anderen PC-Spiele-Genres auch nur halbwegs erfolgreich zu sein.
Dank jüngster Entwicklungen, die auch Fürsprecher für die Rechte von Menschen mit Behinderung vorangetrieben haben, ist Head-Tracking inzwischen schnell genug fürs Gaming. Durch cleveres Design und bessere Kameratechnik wie TrueDepth im iPhone ist es jetzt eine echte Option, Spieleingaben mit dem Kopf auszuführen, mit Apps wie Eyeware Beam oder spezieller Hardware von TrackIR und Tobii.
Gamern mit weniger schweren körperlichen Einschränkungen kann Eye-Tracking helfen, sich auf den Bildschirm zu konzentrieren. Heute nutzen Streamer und Content Creator Eye-Tracker, um das Zuschauererlebnis zu verbessern, indem sie eine Blase auf dem Bildschirm einblenden. Dasselbe System kann Spielern, denen die Konzentration schwerfällt oder die bestimmte Sehbeeinträchtigungen haben, helfen, besser zu verstehen, wohin sie schauen.
Head-Tracking wird beim Gaming schon heute als Eingabemethode genutzt. Vor allem Fans von Simulationen wie dem Microsoft Flight Simulator nutzen Head-Tracker zur Kamerasteuerung.

Für Gamer mit Behinderung, die nicht beide Hände gleich gut einsetzen können, ist das ein Gamechanger. Kombiniert man Head-Tracking mit den neuesten Entwicklungen bei barrierefreien Controllern, können viele Menschen mit Behinderung Spiele mit komplexer Steuerung spielen.
Das sind nicht die einzigen Beispiele für Hilfstechnik. Sprachassistenten und IoT-Geräte wie der plattformübergreifende Gaming-Adapter CronusMAX helfen Gamern mit Behinderung ebenfalls. Die Coronavirus-Pandemie verändert, wie viele Menschen arbeiten und wie das Gaming-Zimmer aussieht. Das Gute daran: Geräte und Software für unterstützte Kommunikation (AAC) werden schneller und mit mehr Nachdruck entwickelt.
Eine letzte Idee: Eine Kombination aus Head- und Eye-Tracking kann Gamern mit eingeschränkter Motorik bestimmte Genres erschließen. Spiele aus den Kategorien Grand Strategy, Städtebau und Echtzeitstrategie sind Paradebeispiele für Spiele, die einen gekonnten Umgang mit Zeigegeräten verlangen. Auf den ersten Blick wirkt eine Trackball-Maus wie die logische Lösung.
Das Problem ist aber, dass eine Trackball-Maus für alltägliche Aufgaben gedacht ist. Genau von einer Seite einer großen Karte zur anderen zu gelangen, wird mühsam. Head-Tracking erschließt uns unsere Kopfbewegungen, die unsere Aktionen schneller, natürlicher und müheloser machen. Head-Tracking zum Scrollen mit Eye-Tracking für Auswahl und Genauigkeit zu kombinieren, wirkt wie der logischere Schritt nach vorn.
Modernstes Tracking ohne hohe Kosten
Du denkst wahrscheinlich, dass solche Technik ein Vermögen kostet, weil sie spezielle Kameras und Hardware braucht. Solche Eye- und Head-Tracker gibt es zwar, aber sie sind nicht die einzige Option. Wie schon erwähnt, haben einige der neuesten Smartphones Technik in ihre Kameras eingebaut, die Tiefe präziser denn je erfasst. Das hat Apps möglich gemacht, die dein Smartphone in ein günstiges Gerät für Eye-Tracking und Head-Tracking verwandeln.
Nicht alle Anwendungen aus dem vorigen Abschnitt lassen sich in solchen Apps sofort nutzen, aber Entwickler können auf eine API für Head- und Eye-Tracking zugreifen, um eigene Software mit Head- und Eye-Tracking zu entwickeln, für Gaming, Simulatoren und Geräte für unterstützte Kommunikation (AAC), um Probleme zu lösen, für die es noch keine Lösungen gibt.
Mit diesem gemeinschaftlichen und offenen Ansatz können Studios und Entwickler vielen Gamern mit körperlichen und geistigen Einschränkungen die Türen zum Gaming öffnen. Während Institutionen und Teams Eye-Tracking und Head-Tracking in verschiedenen Zusammenhängen weiter erforschen, können die Ergebnisse dieser Projekte auch zeigen, wie die Technik für Gamer mit Behinderung noch praxistauglicher werden kann.
Eine App wie Eyeware Beam macht Gaming bei der Steuerung zugänglicher und beherrscht Eye- und Head-Tracking zugleich. So rückt die Technik in Reichweite von mehr Menschen. Die App macht dein iPhone oder iPad mit eingebauter TrueDepth-Kamera zu einem zuverlässigen, präzisen und vielseitigen Werkzeug für Head- und Eye-Tracking. Die App dient als Eingabequelle für über 200 PC-Spiele und ermöglicht im Spiel den vollen Bewegungsumfang des Kopfes. Das bringt mehr Tiefe ins Gaming, mit reaktionsschneller, intuitiver Steuerung per Kopfbewegung, von der viele Gamer mit Behinderung profitieren.
Die Technik ist eine echte Meisterleistung: Apples TrueDepth-Technologie erstellt eine Tiefenkarte deines Gesichts, indem sie 30.000 Infrarotpunkte projiziert, die von der Neural Engine des Smartphone-Chips erfasst und verarbeitet werden. Eyeware Beam nutzt diese Technologie, um eine genaue Kopfhaltung und ein Eye-Tracking-Signal zu erzeugen, vergleichbar mit teuren proprietären Geräten von Tobii oder TrackIR.
Eye-Tracking für alle zugänglich
Neben dem Head-Tracking bietet die App auch präzises Eye-Tracking, damit Gamer ihre Online-Arena-Spiele, MOBAs und alle anderen Gaming-Inhalte mit einem präzisen Eye-Tracking-Overlay auf Twitch, YouTube oder Facebook streamen und ihrem Publikum in Echtzeit zeigen können, wohin sie schauen. Dein Smartphone als Tracker einzurichten, ist ganz einfach.
Ohne sperrige oder zusätzliche Hardware musst du dich nur darum kümmern, dein Smartphone aufzustellen. Danach hilft dir eine reibungslose Kalibrierung beim Einrichten deines Trackers, und schon kannst du mit den Besten in Star Citizen, Digital Combat Simulator (DCS World) und Star Wars: Squadrons mitspielen.
Gaming ist die größte Unterhaltungsbranche der Welt. Eine natürliche Folge dieser Allgegenwart ist, dass Menschen aus allen Lebensbereichen Gaming zu einer Kultur und einem Lebensstil machen, unabhängig von Alter oder Herkunft.
Unterm Strich sind Videospiele eine Kunst und ein Hobby, das alle genießen sollten. Gaming ist aber auch ein wachsender Lebensstil, der inklusiver werden muss, für alle, von Kriegsveteranen mit Behinderung in den USA bis zum durchschnittlichen Gamer. Fortschrittliche Technik wie Eye-Tracking und Head-Tracking bietet solide Lösungen, um die Lücke für Menschen mit Behinderung zu schließen, die immer noch komplizierte Umwege finden müssen, um mitzuspielen. Gaming muss für Menschen mit Behinderung keine so große Herausforderung oder gar unmöglich sein.